
Schöne Aussichten, neue Tücken
Bunte Wälder, klare Luft und reizvolle Strecken: Der Herbst hat für Motorradfahrer viel zu bieten. Doch während wir gedanklich vielleicht noch im Sommer unterwegs sind, haben sich die Bedingungen auf der Straße längst verändert.
Laub und Nässe brauchen Aufmerksamkeit. Besonders auf Nebenstraßen und wenig befahrenen Abbiegespuren können sich rutschige Blätter sammeln. Auch scheinbar trockenes Laub kann feuchte Stellen verdecken. Fahrbahnmarkierungen, Kanaldeckel, Schienen und Bitumenstreifen verdienen bei Nässe ebenfalls besondere Vorsicht. Passe dein Tempo frühzeitig an und vermeide abrupte Lenk-, Brems- und Gasbewegungen.
Herbstzeit ist Erntezeit. Rechne auf dem Land mit langsamen landwirtschaftlichen Fahrzeugen, verschmutzten Fahrbahnen und verlorener Ladung – auch hinter der nächsten Kurve.
Sehen und gesehen werden zählt jetzt besonders. Nebel, Dämmerung und Dunkelheit erschweren es, Gefahren rechtzeitig zu erkennen. Gleichzeitig können andere deine Entfernung und Geschwindigkeit schlechter einschätzen. Saubere, richtig eingestellte Scheinwerfer und ein klares, möglichst beschlagfreies Visier helfen dir, den Überblick zu behalten. Wird die Sicht zu schlecht, ist eine Pause die richtige Entscheidung.
Denke auch an Wildwechsel. Besonders in der Dämmerung lohnt sich erhöhte Aufmerksamkeit an Wald- und Feldrändern. Taucht ein Tier auf, können weitere folgen.
Genieße die Herbsttour mit ausreichend Abstand, angepasstem Tempo und Reserven. Wer Veränderungen früh erkennt, kann viele kritische Situationen vermeiden, bevor sie entstehen.
